CCH Hamburg - © www.mediaserver.hamburg.de/F.Scymanska
New Work Konferenz der Ministry Group - © Lukas Faust

Führung digital: Rituale statt Routine

Zahlreiche Konferenzen und Seminare greifen das Thema New Work auf. Ein Beispiel – und einige der wichtigsten Learnings

Wir starten mit der Frage nach dem Why. Warum sollten sich Mitarbeiter auf den Weg der digitalen Transformation machen? „Wer darauf keine gute Antwort hat, dem wird das Team kaum folgen“, weiß Andreas Ollmann, Chef der Hamburger Ministry Group. In der Konferenzreihe New Work Future geht es für Führungsverantwortliche und Nachwuchstalente regelmäßig um Themen zur Zukunft der Arbeit. Welche Entwicklungen kommen auf Unternehmen zu und was bedeuten diese Veränderungen für Personalverantwortliche und Entscheider?

Impulse

Um Inspiration, Impulse und Austausch ging es auch im Seminar Mitte Juni in Hamburg – unter den Speakern Gabriele Fischer (brand eins), die Journalistin Inga Höltmann (tagesspiegel, ZEIT, Deutschlandfunk Kultur), und Prof. Stephan Sonnenburg, Professor für Kreativität, Markenführung und Performatives Management an der Karlshochschule in Karlsruhe. Die Referenten stehen den Teilnehmern nach ihren Impulsvorträgen in kleinen Diskussionsrunden im Open Space Format als Ratgeber zur Seite: so können sie ihre individuellen Themen gemeinsam mit den Experten und anderen Teilnehmern diskutieren.

Use Cases statt Best Cases

„Ich erzähl mal etwas, was bei uns noch nicht so gut funktioniert“, beginnt Kristin, Personalentwicklerin bei der Ministry Group. „Wir haben gemerkt, dass es uns schwer fällt, Dinge direkt anzusprechen – obwohl wir eine sehr transparente Organisation sind“, berichtet sie weiter. Einige Teilnehmer nicken schweigend. Das Problem kennen sie. Ganz wichtig bei der Konferenz – Use Cases zu präsentieren statt Best Cases – so werden Teilnehmer ausdrücklich dazu ermuntert, über Projekte zu berichten, die vielleicht auch mal nicht so gut liefen, um aus Fehlern zu lernen oder in der Gruppe gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Feedback-Kultur

Das Thema New Work ist nicht neu – und dennoch erscheint es durch die schwindelerregende Geschwindigkeit der Veränderungen immer wieder in einem neuen Licht, ergeben sich neue Fragen und Herausforderungen. Beispielweise gründen immer mehr Unternehmen interne Startups. Was bedeutet das für die innovativen Mitarbeiter in den bestehenden Abteilungen? Wie muss sich die Feedback-Kultur ändern, wenn Projekte ergrübelt, getestet und dann genauso schnell wieder verworfen werden (fail fast)? Experimentieren, ohne zu wissen, was dabei herauskommt? Ziele konstant hinterfragen, agil sein, um schnell die Richtig ändern zu können. Fangen wir erst einmal an. Und dann schaun wir mal. Das ist für Mitarbeiter nicht immer leicht nachzuvollziehen.

Leute in Lust bringen

„Kreativität entsteht, wenn Bekanntes auf Unbekanntes trifft“, führt Prof. Sonnenburg aus. Irritieren, inspirieren, auratische Atmoshären schaffen, rät er. Magische Orte schaffen. Tendenziell eher lästige Routinen zu faszinierenden Ritualen machen. Das fördere das Lernen und den Zusammenhalt. Letztlich müsse die Lust auf Neues größer sein als die Angst vor Veränderung. Führungskräfte, die das immer wieder hinbekommen, haben schon den halben Weg der Strecke geschafft.
kk

Weitere Informationen:
www.ministrygroup.de

Weitere Artikel