Titel Luftfahrt
Drohnen-Test über der Kohlbrandbrücke in Hamburg © DLR

DLR testet Drohnen an der Köhlbrandbrücke in Hamburg

Projekt City-ATM: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt will erforschen, wie sich Drohnen sicher in den urbanen Luftraum integrieren lassen

Paket-Drohnen, Lufttaxis oder unbemannte Luftfahrzeuge könnten bald den Luftraum über Hamburg prägen. Dabei ist es wichtig, dass sie einander kennen und ausweichen können, am besten bereits vor dem Abheben. Hierfür hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), u. a. gemeinsam mit der Hamburg Port Authority (HPA) und dem Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL), zwei Drohnen entlang der Hamburger Köhlbrandbrücke fliegen lassen. Der Test sollte zeigen, dass die Kooperation von Drohnen bereits heute funktioniert – bei laufendem Schiffs- und Straßenverkehr.

Mehrfach gegen Ausfall gesicherte Kommunikation

Die Tests fanden im Rahmen des Projekts City-ATM (Demonstration of Traffic Management in Urban Airspace) statt. So flogen Ende April 2019 zwei Drohnen entlang einer vorgegeben Route seitlich und unterhalb der Köhlbranbrücke. Die unbemannten Luftfahrtzeuge der insgesamt drei DLR-Institute für Flugführung, für Flugsystemtechnik sowie für Kommunikation und Navigation waren mit spezieller Technik ausgestattet, die eine Positions- und Statusermittlung sowie eine mehrfach gegen Ausfall gesicherte Kommunikation (HyraCom) zwischen den Drohnen und der Kontrollstation ermöglichte. Die DFS Deutsche Flugsicherung stellte alle Positionen der Drohnen zur Verfügung und ermöglichte so eine ganzheitliche Luftlagedarstellung. Neben der Erprobung des Gesamtsystems in mehreren Flügen konnte auch die beispielhafte Erkennung feiner Risse erfolgreich demonstriert werden.

Köhlbrandbrücke als ideales Testzenario

„Wir haben unter sehr realistischen Bedingungen demonstriert, wie mit Hilfe von vernetzter Flugplanung, Registrierung und Identifikation bis hin zur Flugüberwachung, Konflikterkennung und Konfliktvermeidung automatisch fliegende Kamera-Drohnen gemeinsam sicher in einem städtischen Luftraum agieren können”, erklärt der Projektleiter Stefan Kern vom DLR-Institut für Flugführung. Der Anwendungsfall einer Brückenbefliegung sei ein ideales Testszenario gewesen, weil die Drohnen besonders eng und dynamisch zusammenarbeiten mussten, so Kern weiter.

Drohnen als neue Luftverkehrsteilnehmer

Die Flugversuche, die in Kooperation mit der Hamburg Port Authority (HPA) sowie den Partnern NXP Semiconductors, KopterKraft, FlyNex, DFS Deutsche Flugsicherung, Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) und Auterion stattfanden, sind Teil des Projekts City-ATM (Demonstration of Traffic Management in Urban Airspace), in dem die Forscher und Praxispartner an Konzepten und neuen Technologien arbeiten, wie Drohnen – als neue Luftverkehrsteilnehmer – sicher in den urbanen Luftraum integriert werden können. Das Projekt läuft bis 2020. Bis dahin sollen u. a. Abläufe für den bevorzugten Einsatz von Drohnen für Rettungskräfte untersucht werden.

Bereits seit 2018 ist Hamburg eine von fünf deutschen EU-Modellregionen für Drohnen. Zudem wurde vor Kurzem die Agenda des ITS-Weltkongresses (Intelligent Transport Systems) um den Schwerpunkt Urban Air Mobility ergänzt. Darüber hinaus wurden die finanziellen Weichen für das Projekt WinDroVe 2.0 zur wirtschaftlichen Nutzung von Drohnen gestellt. Im nächsten Schritt sollen mögliche Anwendungsszenarien erschlossen werden.
sb

Quelle und weitere Informationen
www.dlr.de

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